Flugzeug auf dem Rollfeld in der Abenddämmerung.
Flugzeug auf dem Rollfeld in der Abenddämmerung.

Bisher gilt: Nein! Auch wenn viele Fluggesellschaften gerade sehr gerne versuchen, Ihren Kunden Gutscheine anstatt einer Rückzahlung zu gewähren, um so finanziellen Schwierigkeiten zu entgehen, sind Sie als Reisender nicht verpflichtet, diese anzunehmen.

Gemäß Art. 5 Abs. 1a) in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1a) der Fluggastrechteverordnung hat der Reisende bei einer Annullierung einen Anspruch auf Erstattung der von ihm gezahlten Ticketkosten innerhalb von sieben Tagen.
Dies ist geltendes EU-Recht und findet auch während der Coronakrise weiterhin Anwendung.

Bei der in Art. 5 Abs. 3 der Fluggastrechteverordnung genannten Ausnahme, dass die Fluggesellschaft bei außergewöhnlichen Umständen nicht leisten braucht, ist nicht die Erstattung von geleisteten Zahlungen gemeint, sondern lediglich die zusätzliche Entschädigungszahlung, die der Reisende dann erhält, wenn er aufgrund des Verschuldens der Fluggesellschaft zu spät oder gar nicht befördert wird. Diese Ausgleichszahlung steht Reisenden momentan unzweifelhaft nicht zu.

** Update: Die Bundesregierung hat angeregt, dass eine solche Gutscheinregelung vorübergehend eingeführt werden soll. Die Regelung muss jedoch noch von der EU-Kommission genehmigt werden. Anstelle einer Rückzahlung würden Passagiere einen Gutschein erhalten, der bis Ende 2021 gültig ist. Sollte er dann nicht eingelöst worden sein, würde eine Auszahlung erfolgen. Damit Verbraucher nicht benachteiligt werden, möchte fie Bundesregierung selbst diese Gutscheine finanziell absichern. Ferner gibt es eine Härtefallregelung für diejenigen, die das Geld momentan dringend brauchen. Sobald die Regelung in Kraft tritt, informieren wir darüber!**

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