Die Mehrheit der deutschen Arbeitnehmer befindet sich aufgrund der aktuellen Corona-Lage im Home Office. Arbeitgeber versuchen dadurch, ihren Betrieb, sowie ihre Mitarbeiter ausreichend zu schützen.

Immer häufiger kommt für Arbeitgeber, als auch Arbeitnehmer die Frage auf, ob der Arbeitgeber den „privaten“ Arbeitsplatz besichtigen darf. Arbeitnehmer befürchten, der Arbeitgeber möchte durch unangekündigte Besuche überprüfen, ob die verlangte Arbeitsleistung auch von Zuhause erbracht wird.

Doch darf der Arbeitgeber wirklich einfach im Home Office vorbeischauen? Muss ich als Arbeitnehmer ihn wirklich reinlassen und ihm meinen Arbeitsplatz zeigen?

Der Hintergrund dieser Frage seitens des Arbeitgebers ist vor allem, dass er auch dann, wenn der Arbeitnehmer aus seinem Zuhause heraus arbeitet, verpflichtet ist, den Regelungen des Arbeitsschutzgesetzes und der Arbeitsstättenverordnung nachzukommen. Insbesondere letztere verpflichtet ihn dafür zu sorgen, dass ein Arbeitsplatz so eingerichtet ist, dass es zu keiner Gesundheitsschädigung der Arbeitnehmer kommt – auch Zuhause!

Gemäß § 3a ArbStättV muss ein Arbeitsplatz so eingerichtet sein, dass er insbesondere den hygienischen und ergonomischen Vorgaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales entspricht, also zum Beispiel – entsprechend der Anlage zur Arbeitsstättenverordnung – für eine ausreichende Beleuchtung gesorgt ist oder der Arbeitnehmer nicht dauerhaft einem unzumutbaren Lärm ausgesetzt ist.

Zudem ist der Arbeitgeber verpflichtet dafür zu sorgen, dass auch während des Home Office die Regeln des Datenschutzes eingehalten werden, etwa keine sensiblen Daten herumliegen und dadurch Dritten zugänglich sind oder die Datenverbindung ausreichend gesichert ist. Auch dies kann er durch einen Besuch überprüfen.

Natürlich darf der Arbeitgeber jedoch nicht einfach unangekündigt auf der Matte stehen. Er muss sich vielmehr vorher anhand einer Vereinbarung das Recht einräumen lassen, die heimische Arbeitsstätte zu besichtigen. In dieser Vereinbarung sollte auch eine angemessene Ankündigungsfrist vereinbart werden. Dann darf der Arbeitgeber das Zuhause seines Arbeitnehmers nur nach entsprechender Ankündigung besuchen.

Ein Besuch des Arbeitgebers stellt also nicht unbedingt eine Kontrolle der Arbeitsleistung dar, ausgeschlossen werden kann das natürlich nicht 😉

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