Wurde eine Reise aufgrund der Corona-Pandemie storniert, muss der Reiseveranstalter den gesamten Reisepreis erstatten. Einen Anspruch auf eine Stornogebühr hat er nicht. Dies hat das Amtsgericht Frankfurt am Main kürzlich in einem Verfahren gegen einen deutschen Reiseveranstalter bestätigt!

Nachdem die Corona-Pandemie uns nun schon einige Monate beschäftigt, ist endlich auch das erste Urteil in dem großen Streit um die Rückerstattung von Reisekosten ergangen. Der Kläger hat – wie viele andere Menschen momentan – die Rückzahlung seiner wegen Corona stornierten Reise begehrt. Diese hätte im April stattfinden und nach Italien gehen sollen.

Da der Kläger die Reise im März selbst storniert hat, hat der Reiseveranstalter bis zum Schluss auf seine Stornogebühr bestanden. Das Amtsgericht Frankfurt am Main sprach ihm nun seinen gesamten bereits geleisteten Reisepreis zu.

Das Gericht stimmte dem Kläger darin zu, dass die Stornierung aufgrund eines außergewöhnlichen Umstandes, welcher auch schon zum Zeitpunkt der Stornierung vorlag, erfolgte. Damit ist die zu diesem Zeitpunkt geltende Reisewarnung gemeint. Das Gericht führte dabei aus, dass es für die Beurteilung, ob ein außergewöhnliches Ereignis vorliegt/vorlag darauf ankommt „wann der Reisende zurückgetreten ist und ob die Gegebenheiten zu dieser Zeit bereits als außergewöhnliche Umstände zu qualifizieren sind. Hier verbietet sich jede schematische Betrachtung, maßgeblich bleiben vielmehr die Geschehnisse des konkreten Einzelfalles“. Es kommt also wie immer maßgeblich auf den Einzelfall an.

Daraus lässt sich ableiten, dass zum Zeitpunkt der Stornierung bereits ein außergewöhnliches Ereignis vorliegen muss bzw. im Rahmen einer vorzunehmenden Prognose davon ausgegangen werden muss, dass dieses im Reisezeitpunkt (noch) vorliegt.  Ist dies der Fall, kann der Reiseveranstalter keine Stornogebühr verlangen.

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